Die Fahrt nach Einbeck

von Felix Sobotta

 

Es ist Sonntag – ausschlafen? Falsch! Heute geht es los. Es steht schon alles bereit: Der Koffer, das Instrument, der Rucksack mit dem Proviant und Handgepäck. Man muss nur noch zugreifen und zur Schule laufen.

 

In der Conradstraße warten schon viele Menschen. Der Bus ist in einer Stunde da und damit die Reise pünktlich losgeht, packen alle mit an. Vor dem Hoftor der Benjamin-Franklin-Oberschule stapeln sich bereits Schlagzeug-taschen, Keyboardkoffer, Verstärker mit Bässen und E-Gitarren, Reise- und Instrumententaschen, sowie Mineralwasserflaschen und Noten. Es muss noch einiges aus dem Musikraum geholt werden, anderes aus dem Keller. Alle sind aufgeregt: die Gründe dafür sind verschieden. Als der Bus mit etwas Verspätung eintrifft, wird er gleich beladen. Jeder hilft!

Der Bus fährt ab. Am Straßenrand winken viele Hände. Im Bus macht der Busfahrer noch einige Ansagen und damit beginnt die Reise: Ins Blaue? – oder doch eher ins Grüne?

 

Auf der Fahrt bekommt dann jeder eine Wasserflasche mit Namen. Diese Wasserflasche darf jeder behalten und sich in den kommenden Tagen mit dem mitgebrachten Wasser neu auffüllen.

 

Nach den ersten zwei Stunden Fahrt wird Rast gemacht. Jeder hat die Möglichkeit sich etwas zu essen zu besorgen, die eingeschlafenen Beine zu bewegen oder einfach nur in die Sonne zu genießen.

Nach der Pause geht es weiter. Wenn man aus dem Fenster guckt, sieht man, dass die Landschaft sich verändert hat. Der Bus fährt über Brücken mit Tälern. Die Dörfer und Städte in den Tälern sehen etwas anders/kleiner aus und man sieht mehr Nadelwälder. Der Bus fährt noch 20 Minuten, dann sieht man ein Schild am Straßenrand mit der Aufschrift „Ausfahrt“ und auf einem Ortsschild steht die lang ersehnte Information:

Sie betreten den LANDKREIS Einbeck

Der Bus nimmt noch eine Kurve, dann kommt das Haus des Jugendrotkreuzes in Sicht. Der Busfahrer kriegt noch einen Applaus, dann gehen die Türen des Busses auf. Hans-Martin, der Leiter der Jugendheerberge wartet schon.

Frau Polzhuber, eine Lehrerin, sagt: „Es fühlt sich an, als ob man nach Hause kommt.“

Und ein Schüler erwidert: „Stimmt, als ob man einfach nur ein Jahr verreist ist und zurückkehrt.“

Beide haben Recht: Einbeck gehört dieser Gruppe jetzt eine Woche, in der geübt, gelernt und Spaß gehabt wird. So wie jedes Jahr, seit 25 Jahren.

Juni 4, 2018